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der eisbär

ist ein tier
das schweigt
in unseren augen
spielt
und trauert
mit den plastikeimern.

es taut und auf dem eisbärfell
wächst algenhaar.
der alte jäger
lässt die scholle los

und von den betonwänden
fällt ein reiher
in den zoo.










>>> TAGEBUCH 2014


TAGEBUCH 2013
:

11. Januar 2013 Interessante, aber auch beunruhigende Parallele zum vergangenen Jahr: Milder Winterverlauf bisher, und nun werden für Mitte Januar tiefere Temperaturen angekündigt, aber nur für einige Tage. Im vergangenen Jahr kam dann Ende Januar/Anfang Februar eine extreme Dauerfrostperiode nach diesem Zwischenfrost. Anders als im Winter 2011/12 hatten wir aber in diesem Winter schon einen sehr frühen Frosteinbruch im November. Außerdem befinden sich die Troglagen weiter östlich als in den vergangenen Wintern. Ich bin daher optimistisch und erwarte keine negativen Frostüberraschungen (zweistellig) mehr. Auch wenn die Winde gerade gerne wieder mal auf Ost drehen - Daumen drücken ist angesagt! Den Rosmarin habe ich zumindest schon mal ausgepackt, und der hat sich gut weiter entwickelt unter der Verpackung. Es herrschten teilweise ja frühlingshafte Temperaturen tagsüber im bisherigen Winterverlauf, auch wenn man nachts meist merkte, dass wir eben doch im Winterhalbjahr sind.
Olivenhain im
              Frost mit Vlieshuellen
15. Januar 2013 In der Tat, wir befinden uns im Winterhalbjahr und zum ersten Mal gibt es über einige Tage hin anhaltenden Frost. Wer seine Pflanzen nicht eingepackt hat, muss sich jetzt Sorgen machen. Aber auch ich schaue etwas bang auf dieses Wetterbild, das uns das ECMWF zeigt: Eine von wärmerer Luft fast rings eingeschlossene Kälteblase, die über Südskandinavien hängt - kein arktischer Kältefuß oder -trog, keine von Sibirien her sich vorschiebende Zunge. Ihre Ausläufer kühlen unsere Region. Die Klimaentwicklung der kommenden Jahrzehnte dürfte noch einige Überraschungen bereit halten. Klar ist eines: Nichts ist sicher! Auch die Olivenanbauer in südlicheren Gefilden sollten sich wärmer anziehen rsp. sich Gedanken über ihre Sortenauswahl machen! Tipps dazu gibt es auf meinen Seiten "Krankheiten", "Technik" und "Informationsquellen" (Suchwort "Sorten"). Grundsätzlich gehe ich jedoch weiterhin von meiner bereits 2009 notierten These aus, dass wir uns in einem zyklischen Kältetief mit etwa 28-jähriger Wiederkehr befinden, das bald endet.

23. Januar 2013 Nach zwischenzeitlichem leichtem Tauwetter gering über Null ist nun nochmals von Nordosten her Frost unter -5 Grad für die kommenden Tage angesagt. Danach könnte sich, laut ECMWF, eine Kälteblase mit einem Tiefdruckgebiet nach Süden verschieben und auf dem Balkan Probleme für Olivenhaine bringen - während es bei uns schon wieder wärmer wird.

01. Februar 2013 Lediglich sieben Eistage gab es im Januar, keine zweistelligen Minustemperaturen, selten (4x) geringer als -5 Grad. Von den Prognosen für die Wetterentwicklung bewahrheitet sich für unsere Region (Baden-Württemberg) vor allem dies: Die Winterhalbjahre werden nässer, die Sommerhalbjahre trockener. Und nach einem Blick auf die Website des ECMWF kann ich im Blick auf die Temperaturen optimistisch sein. Wie es aussieht, ist nicht mehr mit strengen (zweistelligen) Frösten zu rechnen. Der Winter dürfte zum ersten Mal seit 2007/08 wieder ohne für hiesige Oliven fatale Frostereignisse zu Ende gehen! Mit dem Knallen von Sektkorken warte ich aber bis Mai, soviel habe ich in den vergangenen Jahren gelernt.

05. Februar 2013 Diese Woche und kommende könnte eine klassische Kältetrog-Lage sogar nochmal einige Tage Dauerfrost bringen. Aber nach der Erwärmung bisher wird es wohl kaum in den zweistelligen Bereich gehen.

15. Februar 2013 In der Tat, die zweistelligen Werte und längerer Dauerfrost wie 2012 blieben uns in diesem Februar erspart. Heute wieder einmal Schneefall, es sieht so aus, als wolle sich der Februar zum eigentlichen Wintermonat entwickeln. Ein Blick in die Geschichte belehrt allerdings, dass der Februar schon immer ein wichtiger Wintermonat war für Kälte- und Schneeereignisse. Und zwei der großen Frostkalamitäten für Olivenanbauer von 1929, 1956 und 1985 hatten ihren Höhepunkt (Tiefpunkt wäre wohl passender) im Februar! 1985 hatte zwar der Januar mehr und strengeren Frost im zweistelligen Bereich, doch auch der anschließende Februar brachte nach einer kräftigen Zwischenerwärmung Extremfrost (am 30.01.85 hatte z.B. Karlsruhe in der Rheinebene eine Maximaltemperatur von 10,4 Grad, am 12.02.85 dann eine Minimaltemperatur von -14,4 Grad).

22. Februar 2013 Bemerkenswert sind in diesem Winter die Bildungen von Kälteblasen über Mitteleuropa. Auch aktuell ist es auf eintausendfünfhundert Metern Höhe (850hPa) über Skandinavien und Weißrussland wärmer als bei uns!

27. Februar 2013 Am 9. März droht der Krim ein gewaltiger Frostfuß von Norden laut ECMWF. Das könnte für die wenigen Olivenbäume, die es dort noch gibt, gefährlich werden.

01. März 2013 Mit dem Februar konnte ich zufrieden sein, achtzehn Frosttage und neunmal nachts Temperaturen niedriger -5. Lediglich zwei Eistage bei durchgängig maximal einstelligen Minustemperaturen. Januar/Februar 2012 gab es fünfzehn Eistage am Stück und zwölf Tage mit zweistelligen Minustemperaturen!

07. März 2013 Unter Exotenpflanzern grassiert gerade die Angst vor der "Russenpeitsche" (die schon Ende November 2012 medial geschwungen wurde). Weniger dramatisch geht die Rede von einer "Arktispeitsche". Von -12 Grad in der Rheinebene wird gemunkelt. Angesichts der bereits gut aufgewärmten Böden bei uns habe ich selbst keine Befürchtungen - aber natürlich bleiben die Vlieshüllen noch dran! Die ECMWF-Prognosekarten zeigen, dass wir ohnedies nur an der Spitze der westlichsten Ausläufer liegen dürften, denen von Süden und Westen Warmluftzonen gegenüberstehen.

Ein erster Blick unter die Vlieshüllen lässt mich auch schon sehr optimistisch sein im Blick auf die Winterbilanz. Aber nun muss ich mich an meine eigene Mahnung der vergangenen Jahre erinnern: Nicht vor Mai die Sektkorken knallen lassen!

12. März 2013 Und wieder ein Frosteinbruch in den Bereich von -5 Grad, der dritte in diesem März. Heute abend wollte ich im Weinberg noch den Rebschnitt vom Wochenenende sichten und die Fruchtruten kürzen. Nach einer halben Stunde Eisregen habe ich aufgegeben. Aber dramatisch sind die Temperaturen nicht, kein Grund zur Sorge um die Oliven. Den unbedeckten Wildoliven, die den Winter ganz gut überstanden hatten, tut der Wechsel nun zwischen warmen Tagen und gelegentlichem Frost nicht gut, sie verlieren teilweise jetzt die Blätter, die noch vor zwei Wochen stabil waren.

15. März 2013 Das kalte Wetter geht weiter und hat jetzt auch einen Namen: "Märzwinter". Der liege zwischen Vorfrühling und Hauptfrühling. Meteorologen haben für alles zumindest hübsche Namen, auch wo sie keine überzeugende Erklärung haben. Das Wetter aktuell sei eine Wettersingularität oder ein Witterungsregelfall. Also ein regelmäßiger Einzelfall - alles klar? Dazu zählen die Schafskälte, das Weihnachtstauwetter und der Altweibersommer. Und eben auch der Märzwinter. Typischerweise komme der nach eher milden Wintern. Wird er also mit einer Klimaerwärmung häufiger? 2005 gab es einen, 2010 (wobei der Winter 2009/10 keineswegs mild war) und nun 2013.

04. April 2013 Im März ein Eistag und achtzehn Frosttage, fünfmal Frost unter -5 Grad! Der "Märzwinter" hält sich nicht an seinen Namen und geht noch fleißig im April weiter, was nun unter "Aprilwetter" laufen kann. Der Artikel über Olivenöl aus der "Apotheken Umschau" vom Februar, in welchem meine Oliven erwähnt werden, steht inzwischen auch im Netz.

Oliven ausgepackt
              Fruehjahr 201309. April 2013 Auspacken, es wird Frühling! Dabei überwiegend positive Eindrücke. Fast alle Oliven haben noch vitales Laub und Gezweig, teilweise vollständig! Negativ fallen die Leccinos auf. Der einzige noch nennenswert als Veredelung vitale Leccino von 2008 hat alle Blätter verloren, die beiden neu gepflanzten Leccino von 2012 haben fast die Hälfte der Blätter verloren. Außerordentlich positiv steht der Neuaustrieb 2012 der verbliebenen Olivastra Seggianese von 2008 da, die unter einem Korb mit Vlies (ohne Laub!) stand. Sehr positiv auch Ascolana, Bouteillan und Aglandaou. Der mickrige Neuaustrieb 2012 von Bianchera hat den Winter nach aktuellem Stand auch relativ gut überstanden. Offensichtlich hatte die kroatische Bianchera im Vorfrühling neu ausgetrieben, diese jungen Blätter sind dem Märzwinter zum Opfer gefallen und nun beim Auspacken abgefallen bzw. waren lose. Abwarten, was nun in der Frühjahrs-Entwicklungsphase passiert! Die einzelne Bouteillan-Olive war noch dran, schmeckte leicht ranzig.

16. April 2013 Bei einem der Leccino trocknen nun die verbliebenen Blätter ab, sie sind offensichtlich in der Vitalfunktion gestört, an Wassermangel kann es nicht liegen, es hat beim und nach dem Auspacken geregnet und der Boden ist feucht. Beim Umgraben von Erdhügeln in Olivennähe finde ich zahlreiche Maikäferengerlinge dicht unter der Oberfläche. Zu sehen sind überall Wühlspuren von Wildschweinen, die auf Engerlingsuche hindeuten. Die Engerlinge kommen also Bluehendes
              Tellerpfirsichbaeumchennun aus ihrem Winterquartier nach oben. Einige Regenwürmer sind noch in Winterstellung - eingekringelt in einer kleinen Höhle. Weitere Arbeiten: Stützpfähle teilweise neu ausrichten. Frühjahr ist eine gute Zeit, dann kann sich die Erde bis zur Belastung durch den folgenden Winterschutz noch gut festigen um die Pfähle.

Es blühen Rosmarin und Pfirsiche. Der französische Tellerpfirsich hat mit der Blüte eine Woche vor den Weinbergpfirsichen begonnen. Knospenentwicklung bei den Maulbeerbäumen sehr verhalten - haben sie vom Frostschock im letzten Jahr Mitte April "gelernt"? Erste Schmetterlinge: Tagpfauenaugen.

19. April 2013 Die Weinbergschnecken haben in diesem Winter sehr gelitten. Überall liegen leere Häuser herum. Unter dem Haufen toter Weinstöcke fand ich noch zahlreiche Schnecken eingedeckelt - vermutlich sind sie tot darunter, eine war auch ganz leicht.

Nun schwellen auch die Knospen der Maulbeerbäume und bei der Feige, der Nussbaum öffnet seine Knospen, der chinesische Gewürzbaum treibt an der Spitze ganz vielversprechend, Wu Wei Zi hat seine Blätter schon entfaltet. An einem Granatapfelbaum (vom Winterquartier im Treppenhaus wieder ins Freie gepflanzt) zahlreiche Blüten, aber auch Sonnenbrand an manchen Blättern. Am anderen, der im Freien überwintert hat, regt sich (noch) nichts.

Abkühlung am Abend, aber Frost droht wohl nicht mehr, das beruhigt.

26. April 2013 Erfreulich: Nun treibt auch der Granatapfel aus, der den Winter über unter Vlies draußen stand! Schmerzlich: Ein Rehbock hat den Tellerpfirsich zuschanden gefegt! Und zwar säuberlich den gesamten Neuaustrieb von 2012!

28. April 2013 Welch ein erbärmlicher Frühling. Wieder Temperaturen runter in den Bereich von 5 Grad, was für die Oliven erneut Vegetationsruhe bedeutet. Als neues Schadenssymptom an Oliven nun Schwarzverfärbungen vor allem an den jungen Zweigen. Zahlreiche bislang ungeschädigt scheinende Zweige drohen so nun abzusterben, die Flecken breiten sich zügig aus seit einigen Tagen. Teilweise verfärben sich ganze Zweige dunkel, schrumpfen dabei im Durchmesser erheblich, die Oberfläche wird leicht glänzend, schimmernd.

Ein Rehbock hat nun auch den älteren Maulbeerbaum erheblich geschädigt mit Fegen. Der Granatapfelbaum leidet sehr unter der kühlen Witterung, die Blätter sterben ab. Das ältere Exemplar Wu Wei Zi entwickelt wieder Blüten, das 2011 gepflanzte Exemplar treibt zwar üppig, bildet aber (noch) keine Blüten. Rosmarin blüht wunderbar, auch der kleine Strauch mit leichten Winterschäden an den Nadeln entwickelt Blüten. Ziziphus hat tiefe Risse in der Rinde vom Winter, auch die Kaki. Kaki und Feige entfalten ihre Blätter, Ziziphus rührt sich noch nicht.

05. Mai 2013 Die Wiese steht voll mit blühendem Ackersalat. Nun gibte es auch vereinzelt Blüten an der neuen Wu Wei Zi, der Duft der Blüten im Sonnenlicht atemberaubend. Sie schmecken auch ganz gut. Der chinesische Gewürzbaum zeigt, wo er hin will: Nach oben! Die Knospen am Stamm ruhen noch, aber oben entfaltet sich ein ganzes Wedelbüschel. Der Granatapfelbaum hat sich nun, wo es endlich wärmer geworden ist, wieder erholt. Die Blüten sind allerdings abgefallen. Überall huschen Eidechsen herum. Die Weinbergschnecken sind fleißig am Paaren.

Schwalbenschwanz bei der Eiablage. Die Wiese steht voll mit junger kanadischer Goldrute. Meine Bekämpfungsmaßnahmen bisher (Ausroden, Blütenansätze abreißen) waren weitgehend sinnlos. Die Samen wehen offensichtlich von überall her ein, es gibt zahlreiche neue Standorte. Also arrangieren damit, durch Schnitt eindämmen. Was allerdings wohl bedeutet, dass meine Kalkastern verschwinden werden. Denn arrangieren heißt auch im Herbst die Wiese schneiden - wenn die Kalkastern noch nicht Samen gebildet haben.

09. Mai 2013 Rosenkäfer (metallisch grün glänzend - nicht zu verwechseln mit Mai- und Junikäfern - Käfer des Jahres 2000, geschützt, kurze Engerlinge im Kompost) in Fülle an den Blüten der Roten Heckenkirsche. Auch sonst zahlreiche Insekten dort. Im Rosmarin schwirrt und brummt es. Ziziphus treibt nun kräftig aus, an den Maulbeerbäumen und an der Feige zahlreiche Fruchtansätze. Auch an den Pfirsichbäumen erscheinen die ersten Fruchtrundungen.

16. Mai 2013 Kühl, regnerisch - welch ein Mai! Aber eine freudige Botschaft: Mein Sorgenkind Schisandra (Wu Wei Zi) bildet nun auch Früchte, zum ersten Mal seit der Pflanzung 2008. Ob es die eher regenerisch-kühle Witterung ist, die ihr gut tut? Dass sie die Sonne/Hitze bei uns in der badischen Weinberglage nicht sonderlich mag, habe ich ja bereits in den vergangenen Jahren registriert und sie Junge Olive im Mai auf einer Wiese
              mit bluehendem Leinentsprechend halbschattig umgepflanzt.

28. Mai 2013 Die meisten der im vergangen Jahr gepflanzten Oliven treiben nun trotz insgesamt kühler Witterung (mit aufkommender Sonne und Wärme gestern und heute) eifrig aus den Achseln der im Winter erhalten gebliebenen Blätter. Im Hintergrund blüht blau der Lein. Einen der 2012 gepflanzten Leccino musste ich bis auf 15 Zentimeter über dem Boden zurückschneiden, er ist im Winter abgefroren, totes Kambium.

Allen Ökologen und aktiven Naturfreunden sollte ermöglicht werden, drei Jahre ein kleines Landstück mit Weinstöcken oder Streuobst selbst zu bewirtschaften, 2 ar dürften dabei genügen. Was ich mit den Oliven und meinem kleinen Weinberg gelernt habe, ist nicht theoretisch einzuholen und ergänzt vortrefflich meine Beschäftigung mit Naturkonzepten und Ökologie. Heute im aufkommenden Sturm um die Rebstöcke Gras rupfen und Mausgänge hacken war einerseits eine wunderbare Erfahrung, andererseits weckte es auch ein gewisses Verständnis für konventionelle Weinbergpflege mit Motorgerät und Herbiziden im Stockbereich.

05. Juni 2013 Historischer Tag für meine Olivenanlage: Ich habe die fünf von der ersten lockeren Pflanzung 2008 noch - rudimentär - verbliebenen Oliven in die Reihen umgesetzt. Damit kann die Pflege und auch der Winterschutz effektiver werden. Der "Erholungswert" des Grundstücks - und damit mein Interesse, dort mehr Zeit als unbedingt notwendig zu verbringen - geht ohnedies dank der Aktivitäten eines bestimmten Landwirts merklich zurück.

06. Juni 2013 Ich hab die Wiese gesenst, da hat ein Landwirt in der Umgebung großflächig seine Maisäcker mit Herbiziden besprüht (einige Tage später erkennbar geworden). Als ich brennende Augen, Kratzen im Hals und Jucken auf der Haut bekam, bin ich gegangen. Zuhause haben meine Hände - noch nach dem Waschen! - nach Chemie gestunken, der Geruch, den ich von Baygon kenne (aus Kasachstan, dort gegen Kakerlaken sehr beliebt) - kein Herbizid. Wie lange wird diese Absurdität noch weitergehen, dass wir uns und die Umwelt vergiften um etwas zu erzeugen, das dann zur (weitgehend ineffizienten und in der Ökobilanz hoch problematischen) Energiegewinnung eingesetzt wird oder zur Produktion von Unmengen Billigfleisch dient, das uns krank macht!?

09. Juni 2013 Zeit für die

WINTERBILANZ:

Zu den Pflanzen von 2008: Ein Leccino ist vollständig abgestorben, habe ich entnommen. Zwei Leccino sind oberirdisch abgestorben und zeigen keinen Neuaustrieb, sind aber stark verwurzelt, hab ich noch belassen. Ein Maurino ist oberirdisch abgestorben, hab ihn entnommen. Er hatte starke intakte Wurzeln (weißes, gesundes Gewebe), aber ohne jeden Ansatz von Neuaustrieb. Drei in den vergangenen Seggianes mit
              Neuaustrieb nach dem Frost 2012Jahren fast bis zum Boden zurückgefrorene Leccino haben edle Zweigansätze und Blätter vom Vorjahr erhalten und treiben neu. Zwei treiben aus der Unterlage. Die große positive Überraschung ist Olivastra Seggianese. Zwei der drei von 2008 verbliebenen Exemplare haben den Winter mit vitalen Zweigen und Blättern überstanden und treiben intensiv neu aus! Eine davon ist komplett mit einem schon 2011 angesetzten Austrieb von 2012 (als ich den Stamm nach dem Frostfebruar gekappt hatte) erhalten (s. Foto) - wobei die Blätter auf Wildolive hindeuten, alledings erstaunlich groß sind! Argument dafür, "Succer" stehen zu lassen bei uns. Die dritte hatte schon im vergangenen Jahr nicht mehr ausgetrieben.

Die Ikea-Olive von 2009 ist abgestorben oberirdisch und zeigt keinen Neuaustrieb, ist aber gut verwurzelt. Das Ascolana-Exemplar von 2009 treibt aus der Unterlage. Die zwei Gartencenter-Oliven von 2009 treiben fleißig Wildolive aus der Unterlage.

Der 2012er Austrieb einer der beiden Bianchera von 2010 hat den vergangenen Winter vorzüglich überstanden und treibt gut aus. Die andere Bianchera treibt bodennah zaghaft, offensichtlich Wildolive. Der verbliebene Leccio von 2010 treibt schwach neu.

Ein Leccino von 2012 ist weitgehend am Winterschaden abgestorben, treibt aber aus den unteren 15 Zentimeter Stamm gut neu aus. Überwiegend gut mit Laub erhalten blieben alle anderen Neupflanzungen von 2012, wobei der zweite Leccino nicht in sonderlich gutem Zustand ist, nur ganz spärlich in einzelnen Blattachseln austreibt. Bouteillan treibt lebhafter aus als Aglandaou. Die beiden Ascolana von 2012 sind in sehr gutem Zustand.

Die mit Laub gefüllten Körbe haben sich als Winterschutz nicht wirklich bewährt. Die Blätter und Zweige der Pflanzen darunter sind weitgehend abgestorben. Vlies taugt mehr!

10. Juni 2013 Weiterhin bizarre Wetterentwicklung. Weiter Regenfälle, obgleich nun längere Zeit ohne Regen vorhergesagt war. Wetterberichte weitgehend sinnlos geworden über einen Tag hinaus. Vorherrschende Windrichtung seit mindestens einem halben Jahr nach meiner Wahrnehmung Ostwind! Zunehmende Ostwindlagen hatte ich schon in den vergangenen Jahren beobachtet. Zugegeben: Subjektive Eindrücken, nicht verifiziert durch Aufzeichnungen. Doch meine Beobachtungen werden von verschiedenen Seiten bestätigt, so etwa in diesem Frühjahr am Flughafen Düsseldorf und insbesondere vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Dort wird im Blick auf eine Analyse der Hochwasserereignisse in Ost- und Süddeutschland von einer Zunahme von Ostwind-Wetterlagen in den vergangenen 20 Jahren gesprochen. Bald werden die Bäume auf der Ostseite angemoost sein und die Pfadfinder umlernen müssen!

12. Juni 2013 Die ersten Blütenknospen an einzelnen Olivenpflanzen, die ich 2012 pflanzte. Und zwar an vier Aglandaou (von sechs) und einer Ascolana (von zwei). Zu erwarten sind also die ersten Blüten an Pflanzen, die den Winter über im Freien standen! Was nach dem relativ milden Winter 2012/13 - keine zweistelligen Fröste - auch nicht erstaunt.

Daraus und aus der Winterbilanz also nun klar für meine Boden- und Klimaverhältnisse die - natürlich nur relative - Empfehlung für Aglandaou, Ascolana und O. Seggianese! Wobei Winterschutz gegen Frost notwendig ist und besonders O. Seggianese im Winter auch gegen Feuchtigkeit geschützt werden muss! Vielversprechend ist auch Belica/Bianchera. Also wären in meinem Idealhain Frankreich, Italien und Kroatien vertreten. Schade nur, das Belica/Bianchera und Olivastra Seggianese für mich nicht einfach zu bekommen sind.

Granatapfel
              blüht18. Juni 2013 Die kurze Hitzewelle tut meinen Pflanzen sehr gut. Die Oliven treiben und bilden weitere Blütenstände. Beide Granatapfelbüsche blühen! Paw Paw könnte in diesem Jahr die ersten Früchte bilden, vielversprechende Ansätze dazu sind da. Auch Schisandra hat zum ersten Mal Beerentrauben entwickelt, die bald reifen dürften, und entwickelt nun dunkelgrünes Laub - wobei ich Schisandra bisher als eher hitzeempfindlich kennen gelernt hatte, diese Pflanze irritiert mich weiterhin. Ziziphus genießt die Hitze ohne Zweifel. Auch Kaki und Feige freuen sich, dass die kühle Periode nun vorbei ist. Ich bin gespannt, wie sie auf den erneuten - aber wohl nicht mehr so gravierenden - Temperaturrückgang reagieren werden.

23. Juni 2013 Bambi hat erneut zugeschlagen: Eine Bouteillan ist halb zuschanden gefegt. Dazu hat Bambi fast alle Felsenbirnen aufgefuttert - und die umliegenden Blätter und Triebe gleich mit. Wie Menschen häufig: Im Genuss wird das zerstört, was den Genuss bringt. Schisandra leidet wieder, die Blätter vergilben, Triebe sterben ab. Windstress? Temperaturdifferenzen-Stress?

06. Juli 2013 Die Feige treibt nun zahlreich neue Früchte, nachdem die ersten in den Fast-Frostnächten Ende Mai (24. und 25. Mai) abgefallen sind. Die schwarzen Maulbeeren sind großteils schon reif, bei den weißen nur vereinzelte Exemplare. An der Paw Paw entwickeln sich fünf Früchte weiter - das wird spannend! Die beiden Granatapfelbüsche blühen weiter üppig. Schisandra irritiert sehr: Vereinzelt stehen nun strotzend gesunde, tiefgrüne Blätter zwischen der eher blässlichen, teilweise mit braunen, nekrotischen Punkten gesprenkelten Mehrheit. Im Weinberg erheblicher Peronospera-Befall.

Bei den Oliven verbräunen bereits erste Blüten, bald dürften die ersten Fruchtknöpfchen kommen. Während direkt daneben teilweise noch Blütenknospen geschlossen sind.

15. Juli 2013 Die Rehböcke geben sich große Mühe, dem Frost als Bouteillan
              gefegt von Rehbockmeinem Hauptgegner den Rang abzulaufen.  Nun hat ein Bock meinen großen Granatapfel zuschanden gefegt. Der vor dem 23. Juni gefegte Olivenzweig (s. Foto rechts, rechter Zweig) von Bouteillan wirkt - trotz Sommerhitze und Trockenheit - noch vollkommen vital . Obgleich die Blätter keinerlei Feuchtigkeitsnachschub mehr haben. Sehr trügerisch. Aber das Phänomen kenne ich ja schon von abgerissenen Zweigen, die den ganzen Winter über perfekt konserviert bleiben. (Einschub: Ende Juli trocknet der Zweig dann zügig ab, die Blätter verbräunen.)

Bei den Oliven die ersten Stecknadelköpfchen. Schisandra hat sich erholt, treibt nun auch aus dem Wurzelbereich intensiv neu aus. Die Wiese wächst wie närrisch, da ist nichts mehr vom Frühsommerschnitt zu sehen. Maulbeerblätter vergilben, sie haben wohl Trockenstress.

03. August 2013 In den frühen Morgenstunden pflanze ich drei Moufla, eine rare französische Varietät, deren Frosthärte oft gepriesen aber nur einmal primär belegt ist - von dieser einen Quelle scheinen alle anderen abzuschreiben. Die zweijährigen Pflanzen machen einen sympathischen Eindruck und haben ein auffallend vitales Wurzelwerk. Ich habe die Pflanzen von einem anderen Olivenenthusiasten erworben, der sich eine Lieferung von einer Baumschule in Südfrankreich hatte schicken lassen. Er experimentiert schon seit 2004 mit Oliven und kann sogar Erfolge mit Stecklingen vorweisen! Zwei- oder dreijährige Zweige haben, im Frühling 2012 direkt in die Erde in einem Kalthaus gesteckt und mit Wurzelungshormonen vom Gärtner behandelt, zu 50% gewurzelt!

06. August 2013 Die lange hitzige Trockenheit hat den Olivenfrüchtchen nicht gutgetan. Die meisten sind abgefallen, nur an Aglandaou hängen noch einige Stecknadelköpfe. Aber bald kommt ja Regen. Für die neugepflanzten Moufla war die Witterung der letzten Tage ganz passend. Zwar immer noch heiß, aber häufig auch bewölkt und somit nicht allzu stressig. Gegossen habe ich die natürlich, während ich sonst mit Gießen bei den Oliven sehr zurückhaltend bin.

09. August 2013 Für die anderen Exoten ist es ein Jahr der Früchte. Nach Schisandra und Paw Paw fruchtet nun auch der Ziziphus zum ersten Mal (gepflanzt 2008!) - allerdings extremst bescheiden, bislang habe ich gerade einmal drei Fruchtansätze zu "Datteln" gezählt. Es ist zu vermuten, dass die wärmeliebenden Bäume und Sträucher mit den vorangegangenen strengen Wintern Probleme hatten, die das Fruchten negativ beeinflussten.

Wachstum der Oliven jämmerlich in diesem Jahr! Der kühle Mai hat die wohl alle erschreckt. Auch die Maulbeerbäume kümmern und die Kaki hat ungesunde, gelbe Blätter in der Krone, während die Neuaustriebe von der Basis stabil grün sind und der Fruchtertrag gut. Hervorragend geht es in diesem Jahr den Weinbergpfirsichen und der Paw Paw (dürfte an den gut verteilten Niederschlägen liegen).

15. September 2013 Ein bemerkenswertes Jahr für die Oliven: Der mildeste Winder (trotz seiner Länge) seit 2008 - aber kaum Wachstum im Jahresverlauf danach. Nun setze ich noch mehr Hoffnung als bisher schon auf das Jahr 2014. Vielleicht an einem neuen Standort, denn um das Grundstück herum breiten sich die Maisäcker aus - mit entsprechenden Einträgen, Maschinenaufmärschen und so fort. Dem Wein und den Weinbergpfirsichen fehlen nun Wärme und Sonne. Kommt da noch was?

22. September 2013 Am Kaki-Baum löst sich die Rinde in Bodennähe - und zwar ringsum. Oberhalb etwa 20 Zentimeter vom Boden ist das Lösen gestoppt durch die Ausbildung einer harten Borke unter der weichen Jugendrinde, ebenso nach unten bei etwa 5 Zentimeter über dem Boden. Es könnte sich um den Bereich handeln, der bei Frost besonders gefährdet ist, also um einen Spätschaden zum Februar 2012 mit seinem Extremfrost. Erstaunlich, dass trotz dieses Rindenschadens sich üppig Früchte gebildet haben und die Blätter noch relativ grün sind. Kaki scheint in der Tat eine Pflanze mit erstaunlichen Überlebensstrategien zu sein. Unter der abgestorbenen Rinde zeigte sich das Kambium schwarz. Ich habe mit Wundwachs eingeschmiert und warte ab. Es gibt auch einige schöne Basisaustriebe, die ich wohlweislich stehen ließ, da mir der Baum schon im vergangenen Jahr nicht wirklich gesund schien.

13. Oktober 2013 Ostwind, Ostwind, Ostwind. So könnte die Überschrift für dieses Gärtnerjahr lauten. Oder auch Kühle, Kühle, Kühle. Für die Oliven war es kein ganz schlechtes Jahr, insofern sie weitgehend mit intaktem Gezweige und Laubwerk aus dem Winter kamen. Und doch auch kein gutes Jahr, insofern sie im Sommerhalbjahr kaum oberirdisch zugelegt haben. Nun hoffe ich einmal, dass sie stattdessen unterirdisch zugelegt haben. Wie hieß es früher einmal in Olivenanbauländern: Olivenbäume pflanzt man für die Enkel. Für Deutschland könnte der Spruch wieder gelten. In den Wetterberichten wird nochmal Wärme versprochen.

29. Oktober 2013 Zurück von einem Wochenende im Piemont. Seit 2003 läuft dort die Wiederbelebung des Olivenanbaus, inspiriert durch den Klimawandel. Mit 30 Euro/Liter Öl wird teilweise spekuliert. Argumentiert wird u.a. mit den lange zurückreichenden Traditionen im Olivenanbau dort, worauf etwa Ortsbezeichnungen wie Monteoliveto bei Cortemilia hinwiesen. Was nicht immer stichhaltig ist, denn Monteoliveto oder ähnliche Namen können auch auf Gründungen durch die Benediktiner von Monte Oliveto hindeuten (bei Cortemilia scheint das der Fall zu sein). Nebenbei weist auch der "Ölberg" am Kaiserdom zu Speyer nicht auf einen Olivenanbau, sondern auf den christlichen Kultus hin. Was wir über den Weinbau im Piemont erfuhren und sahen, war auch nicht sehr ermutigend für den Olivenanbau daselbst. Die traditionelle Dolcetto-Rebe bevorzugt eher feucht-gemäßigtes Klima, das auch zu Reifungsfehlern und Pilzerkrankungen führen kann. Anspruchsvollere Rebsorten reifen oft nicht aus. Wir sahen ähnliche Schäden wie in diesem Jahr hier im Badischen. Im Temperaturvergleich war es teilweise in Bruchsal wärmer als in Cortemilia. Heute ist es allerdings in Cortemilia wesentlich wärmer.

31. Oktober 2013 In der vergangenen Nacht der erste Frost in diesem Winter, knapp unter Null. Das wars dann aber fürs erste schon wieder mit Winter.

18. November 2013 Die ersten Bäume eingepackt für den kommenden Winter. Für die kommenden Tage ist einiges an Regen angesagt, so dass ich den trockenen Tag heute nutzen wollte. Frostabstürze sind zwar noch nicht angekündigt, aber ich habe wenig Vertrauen in den kommenden Winter, erwarte erneut unangenehme Überraschungen bzw. "Auffälligkeiten". Die Klimaentwicklung in diesem Jahr mit erneut häufigen Ostwindlagen und ungewöhnlich kühlen Nächten von Nord- bis Südeuropa lassen wenig Raum für die Erwartung eines milden oder auch nur durchschnittlichen Winters.

25. November 2013 Nun sind alle Oliven in Vlies eingepackt, die Feige und ein junger Ziziphus jujuba (chinesische Dattel) auch. Bei den Oliven habe ich teilweise eine neue Verpackungstechnik erprobt, nach Südwest hin 4-6-lagig, nach Nordost hin mit einem dicken Vliespolster insbesondere in Bodennähe (dort mindestens 20 Zentimeter Stärke). Gegen den andauernden Bodenfrost von Februar 2012 würde auch dies nicht helfen - aber ansonsten sollten die wahrscheinlichen Widrigkeiten abgefangen werden.

11. Dezember 2013 Auf der Seite des European Centre for Medium Range Weather Forecasts (ECMWF) düstere Vorzeichen für den Olivenanbau in Nordgriechenland, Kroatien und Mittelitalien. Ausgeprägte Kälte-Keilformationen von Norden herab über Russland bis in diesen Bereich schon jetzt. Im Januar könnte eine solche Formation zerstörerisch werden. So mal ganz dilettantisch dahin geplappert.