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TAGEBUCH 2024


11. Januar 2024 Puh, nun ist doch eine längere Kaltphase gekommen als erwartet, länger und kälter! Vergangene Nacht bis runter auf -8 Grad, und vorläufig wird das Ende des Frostes immer weiter hinausgeschoben in den Prognosen. Schmuddeliges Herbstwetter oder weiterhin Wintern, nun auch mit Schnee, sind Olivenhain Gesamtanblick Januar 2024die Alternativen, seit Tagen schwanken die Prognosen.

Den Oliven geht es - auf den ersten Blick - noch gut, alles grün, die Blätter fest (s. Foto rechts). Aber die Erkenntnis der Anfangsjahre gilt weiterhin, hat sich auch 2023 bestätigt: Vor Juni lässt sich nicht sagen, wie die Bäume den Winter überstanden haben. Grüne Zweige können auch dann noch unversehens ihre Blätter verlieren, Holz kann noch bis in den Juni hinein absterben.

Die letzten Oliven habe ich heute geerntet, gleichsam gefriergetrocknet, hutzelig-braun. Die Bitterstoffe sind durch den Frost weitgehend entschärft. Leccino (groß) schmeckt eher fad, leicht nach Banane, wässrig in der Konsistenz. Olivastra Seggianese (mittlere Größe) intensiver, Zwei
              Aglandaou-Früchte von ca. 1,5 Zentimeter Länge am
              15.01.2024rauchig nach Wacholderbeeren und fruchtig nach Apfel. Aglandaou (die Kleinsten, s. Foto links) hat festes Fleisch und die größte Aromenfülle, die intensivste Restbitternis noch, schmeckt leicht pilzig-waldig, begeistert mich mit einem starken Anklang von Datteln zunächst und dann mit einem Hauch von Mango.

13. Januar 2024 Es geht immer weiter mit dem Frost und die angekündigte Erwärmung wird bei uns hier kaum spürbar. Es könnte auch kommende Woche nochmal Richtung zweistellig Minus gehen. Ich bedaure sehr, nicht eingepackt zu haben am 6. Januar! Immerhin gab es jetzt schon drei Nächte hintereinander -8 Grad und auch tagsüber leichten Frost.

Ich packe heute mal zwei besonders empfindliche und wichtige Oliven ein, die Aglandaou Neupflanzung im Weinberg von 2021 und den Leccino auf der Wiese von 2023. Eine Woche zu spät, aber wenn die Temperaturen weiter niedrig bleiben, kann das vielleicht helfen, zumindest den Wurzelbereich bei diesen jüngeren Pflanzungen noch zu schützen. Die Frosteindringtiefe nimmt ja zu mit weiteren Frostnächten.

14. Januar 2024 Da ich angesichts der chaotischen Wetterentwicklung auf alles vorbereitet sein sollte, habe ich heute Olivenhain
              im Schnee am 15. Januar 2024noch weitere 6 Oliven eingepackt von den mir wichtigsten bzw. den Neupflanzungen, 1 Tanche, 1 Olivastra Seggianese, 1 Moufla, 2 Ghiacciola, 1 Aglandaou. Zu vermeiden ist: Strahlungskälte in den zweistelligen Bereich durch Abdeckung oben, tieferes Eindringen des Bodenfrostes durch Abdeckung des Bodens (es fehlt die Schneeauflage!), Platzen der Rinde bei Sonnenbestrahlung durch Bedeckung.

15. Januar 2024 Nun also noch Schnee, auf die frischen Einhüllungen und die freien Bäume. Bei Temperaturen rund um Null Grad. In Südbaden wird heute Eiswein gelesen, ich habe heute nochmal zwei übersehene Aglandaou-Früchte gepflückt - meine Eisoliven. "Eisöl" würde ich daraus nicht machen wollen, dazu sind sie viel zu schmackhaft im direkten Genuss! Außerdem wäre das Öl sicherlich nicht gut haltbar, da die Bitterstoffe schon stark abgebaut sind. Am Baum fermentierte und gefrostete Oliven: Das könnte eine Spezialität des deutschen Olivenanbaus werden - ganz ohne Ironie!

17. Januar 2024 Das Wetter ist gerade eine richtige Herausforderung! Zwischenerwärmung und dann erneuter Frost, tagsüber (relativ) hohe Temperaturen und nachts Frost, Sonneneinstrahlung nach Frost, Regen um den Nullpunkt, Sturm (ab heute abend): Fünf enorme Risikofaktoren für die Oliven im Winter, Sturm insofern, als er die Einhüllungen aufreißen oder davonwehen kann oder die Oliven mitsamt Einhüllung umdrücken.

Ich habe daher in den vergangenen Tagen auch noch Weißanstrich auf die Stämme und starke Äste aufgetragen (Schutz gegen Sonnenerwärmung nach Frost) und vergangene Nacht noch meine beiden "Großen", Leccino und Olivastra, eingehüllt, auch wenn deren Dimensionen die Einhüllungen zum Lieblingsziel für den Sturm machen wird. Umdrücken kann er sie nicht, ich habe noch starke Pfähle gegen Südwest gesetzt.

18. Januar 2024 Nun mal abwarten, was es mit dem Arctic Outbreak weiter wird. Erst mal vergangene Nacht plus 9 (in der Rheinebene plus 12!) Grad mit einem "Tropic Outbreak" - nach minus 7 in der Nacht davor. Und ja, heute in der Nacht gehts bei uns mit Nordwind wieder runter auf -3 Grad prognostiziert, während Seggiano +16 heute tagsüber erwartet und Villeperdrix +8 und nachts weit über Null! Meine Olivastra Seggianese und meine Tanche werden Heimweh bekommen! Bis zum Wochenende bleibt uns dann der neue Frost erhalten. Und danach wirds voraussichtlich stürmisch und Zeit, die großen Hüllen wieder abzunehmen.

Am Abend schaue ich nach den Einhüllungen. Die haben gut gehalten in den Winden vergangene Nacht, die aber so schlimm wohl nicht waren. Angekündigt waren zunächst 75 kmh für Böen, als ich um 22 Uhr nochmal schaute, war die Prognose schon auf 59 kmh maximal gesunken - und gehört hab ich nichts in der Nacht. Was für ein schräger Winter, mit den plus 9 Grad vergangene Nacht und heute heftigen Schneefällen. Ich kann sehr zufrieden damit sein, die Oliven doch noch zumindest teilweise eingehüllt zu haben. Die Frage nun, wie die nicht eingepackten Pflanzen diese bizarren Auf und Abs vertragen werden!

20. Januar 2024 Grausam, vergangene Nacht zweistellig Minus - durch Aufklaren über Schnee, Strahlungskälte! Und heute die zu erwartende Sonne. Immerhin bleibt die Erde unter dem Schnee frostfrei. Dafür wird es direkt über dem Schnee eisig! Da wäre in solchen Situationen zumindest eine kleine Einhüllung kurzfristig unten sinnvoll. Pulheim bei Köln hatte übrigens vergangene Nacht nur -8 Grad: die entscheidenden 3 Grad weniger Frost! Es ist der Unterschied, der den Unterschied macht ... - in den relevanten Momenten. Wer also vergangene Nacht zweistellig hatte und von einem Olivenhain träumt: Lieber nicht! Und wir befinden uns gerade in einer warmen Epoche, in 10 Jahren geht es wieder runter mit den Temperaturen - relativ zur sonstigen Entwicklung.

Im Dezember 2022 gab es zwar auch zwei aufeinanderfolgende Nächte mit -12 Grad und alle Pflanzen waren nicht eingepackt - aber damals gab es keine Schneeauflage und tagsüber keine Sonne! Wir haben daher heute am frühen Vormittag noch die restlichen Pflanzen zumindest in Bodennähe rasch provisorisch eingehüllt. Denn Aufwärmen durch die Sonne und dann reinhauender Frost, das wird schnell fatal.

21. Januar 2024 Und heute am Sonntagabend gleich wieder die provisorischen Hüllen weitgehend abgenommen, denn kommende Woche werden zwei Sturmtiefs erwartet, die das überwiegend wegreißen würden. Die jetzt festzuzurren und mit Pfählen zu sichern, wäre zu aufwendig geworden angesichts der eher warmen Prognosen bis Anfang Februar.

22. Januar 2024 Die mit 10% eher unwahrscheinliche amerikanische Prognose von zweistelligen Minustemperaturen nochmal Anfang Februar hat sich nun freundlicherweise in Luft aufgelöst. Für die kommenden zwei bis drei Wochen ist nicht mit nennenswertem Frost zu rechnen, nur Samstag,Sonntag um die Null Grad.

02. Februar 2024 Aus den -1 für vergangenen Sonntag wurden nun doch 5 Frosttage vom 26. bis zum 30. Januar bis runter auf immerhin -4 Grad. Nachdem gerade die schlimme Frostnacht mit weniger als -12 Grad vom 20ten rum war und einer Zwischenerwärmung auf nachts 10 Grad am 24ten! Und ab 11. Februar sind weitere vier Frosttage angekündigt, einer davon sogar als Eistag! Der Winter ist noch nicht vorbei. Eingehüllt habe ich aber jetzt nur noch drei Neupflanzungen mit schwachem Holz für diesen nächsten potentiellen Absacker.

07. Februar 2024 Wie es aussieht, kommt doch kein Frost mehr. Sobald es mal wieder trocken ist, kann ich also die letzten drei Einpackungen abnehmen. Draußen bläst der Wind des Frühlings. Die Maibeeren öffnen die Knospen.

18. Februar 2024 Letzte Hüllen abgenommen, nachdem weitere Frostankündigungen für das Monatsende stark relativiert/reduziert wurden. Auch von der kleinen Feige und dem Granatapfelbusch. Bei der ersten Gartenarbeit eine schöne, große Rose im Vorgarten bis weit runter erfroren gefunden, die zweistellige Minusnacht war wohl fatal für sie! Während die hinter dem Haus nichts abbekommen haben - abgesehen von einigen der Neupflanzungen (ausgerechnet die beiden weißen "Polarstern", die als "winterhart" gelten), die zur Gänze erfroren sind.

25. Februar 2024 In der vergangenen Nacht doch nochmal Frost, aber nur sehr knapp unter den Gefrierpunkt. Kann weiterhin passieren, schon Donnerstag das nächste Mal.

01. März 2024 Gestern (Donnerstag) gabs in der Tat nochmals leichten Frost und nachts könnte es bis zur Monatsmitte immer wieder nahe Null Grad oder darunter werden. Der Rosmarin mag das gar nicht und zeigt Vergilbungen an einigen Triebspitzen. Der Admiral, der erstaunlicherweise vor einer Woche schon durch den Garten torkelte und sich an Kaki auf dem Kompost gütlich tat, ist wieder verschwunden. Zitronenfalter sehe ich gelegentlich noch.

20. März 2024 Heute erneut ein sehr warmer Tag, der dritte in Folge, etwas über 18 Grad - wobei es nachts weiterhin eher kühl war. Zum Wochenende wirds aber auch tagsüber wieder kühler, nachts kann es in die Nähe von Null Grad kommen. Auffallend ist in diesem Frühjahr die Fülle an Scharbockskrautblüten, auch an Stellen, wo es mir bislang nicht oder nur vereinzelt begegnete. Zahlreiche Marienkäferpaare an den Oliven und anderswo. Von Schmetterlingen sehe ich Kleiner Fuchs und Bläulinge. Ich warte auf eine neue Lieferung Oliven aus Italien, Arbequina, Ghiacciola, Olivastra Seggianese und Tanche.

24. März 2024 Tanche erfreut durch respektable Neuaustriebe, die anderen sind noch in Wartestellung, nur Leccino schiebt schon zaghaft einzelne Spitzen von Neuaustrieben.

30. März 2024 Das regnerische Wetter gerade gefällt den Oliven gar nicht. Jetzt sollte endlich etwas Trockenheit und Sonne kommen - und dies nicht nur für ein paar Stunden gelegentlich mal. Irritierend: Tanche steht eigentlich extrem gut da, hat das schönste Laub, kräftiges Dunkelgrün, glänzend. Aber beim ersten sanften Steuerungs-Schnitt stelle ich fest: Die Blätter lösen sich zum größten Teil, wenn ich sie anfasse!

Eichen-Heldbock an Ölweide am 13. April 2024Eine freut sich über die Feuchtigkeit: Das Scharbockskraut. Es steht sehr üppig in diesem Jahr - und auch die Traubenhyazinthen genießen die Witterung offenkundig. Das Paarungsverhalten der Marienkäfer macht allerdings klar: Es ist Frühling, ganz ohne Zweifel.

13. April 2024 Sonne! Die Ölweide blüht und verströmt einen atemberaubenden Duft. Der hat neben einigen Hummeln auch einen Rosenkäfer und, kaum zu glauben, einen Eichen-Heldbock (Foto links) angelockt! Von der Forstwirtschaft im 20. Jahrhundert als Schädling bekämpft, inzwischen vom Aussterben bedroht und gezielt gefördert. In Untergrombach gibt es einen kleinen Bestand, der könnte sich nach Obergrombach ausgebreitet haben. Bei mir in der Nähe stehen einige durch Trockenheit absterbende Eichen.

Die Blätter von Tanche sind wieder fest geworden! Vielleicht hat ja das Einsprühen mit Eisenchelat und Myco-Sin (Schachtelhalm, Hefe und schwefelsaure Tonerde) geholfen?

15. April 2024 Die 11 Oliven aus Umbrien, von Spallacci, sind angekommen vergangenen Freitag, nach nur drei Tagen unterwegs. Drei Tanche, drei Arbequina und eine Verzola (Bonus des Verkäufers) habe ich schon gepflanzt, in den gerade gerodeten Weinberg, zur prächtigen Aglandaou, die da schon seit 2021 steht. Pflanzung nun, nach den traurigen Erfahrungen mit der Pflanzung von 2021 (2/3 Verlust durch Mäusefraß vor allem und Fegungen), in Maschendrahtkörben von 1 Meter Umfang und 50 Zentimeter Höhe. Die Arbequinas plus eine Verzola pflanze ich in einer Reihe, das wird ein kleines Drahtrahmen-Spalier, die Sparversion meiner Idee, Oliven in zu trockene Weinberganlagen zu pflanzen.

16. April 2024 Heute noch zwei Ghiacciola, eine Olivastra Seggianese und eine Verzola gepflanzt. Mit viel Mühe, denn der April machte seinem Ruf alle Ehre: Regen und Sonnenschein wechselten sich in schönster Verlässlichkeit, mit Regendominanz. Dazu war es kühl und windig mit Böen bis über 60 kmh. Sogar einen veritablen Hagelsturm gab es, zum Glück mit feinem, feuchtem Hagel und nur kurz. Die Neulinge dürften aber auch so mitbekommen haben, was sie hier erwartet. Bis auf Arbequina stehen ja bewährte Exemplare der gepflanzten Sorten schon länger bei mir. Als Sorten können sie damit umgehen, als Individuen, die gerade aus der geschützen Baumschule in Umbrien kommen, hoffentlich auch!

Das Wetter ist schräg, zum vierten Mal in Folge ein Frühling mit viel Regen und viel Kühle (April 2021 der kälteste seit 40 Jahren in BaWü). Auch wenn die Durchschnittstemperaturen hoch sind, dank einiger somerlicher Tage, kommt keine anhaltende Frühlingsstimmung. Die Klimaveränderung bringt die Übergangsjahreszeiten zum Verschwinden, Frühling und Herbst - ade?

18. April 2024 Morgens 3 Grad - und Regen ... Und morgen wird es noch kälter. Ich hatte nicht erwartet, dass die Olivenpflanzung jetzt ein Risiko birgt! Im Haus werfe ich die Heizung wieder an.



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