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TAGEBUCH 2020

06. Januar 2020 Vergangene Nacht kam es nach der leichten Zwischenerwärmung zum Jahresanfang wieder mal zu einem leichten Frost. Er erreichte allerdings nicht den bisherigen Tiefstwert vom 5. Dezember, als es -3,6 Grad gab, was zu leichten Verbräunungen bei den französischen Sorten führte. Bisher habe ich lediglich den Granatapfel eingepackt, kurz vor Weihnachten. Die weiteren Prognosen sind noch unklar, aber es könnte bei einem sehr milden Winterverlauf bleiben. Bis Mitte Januar sind lediglich leichte Fröste zu erwarten.

Die Oliven stehen alle gut da. An den französischen Sorte gibt es die Verbräunungen vom Dezemberfrost, ansonsten fällt negativ leider nur noch ein überlebender Lecciono von 2008 durch extrem vergilbte Blätter auf. Er hat aber schon immer eher gekränkelt, letztes Jahr schien er sich in der Hitze zu erholen, er hat auch einige Neuaustriebe hinbekommen: doch jetzt diese extreme Chlorose, als einziger, woher??

14. Januar 2020 Auch wenn manche Wetterkanäle gerne einen Wintereinbruch zum Monatsende vorhersehen möchten: Ernsthafter Frost in Richtung -5 Grad ist weiterhin nicht zu erwarten. Ab 23. könnte es allerdings mal wieder in Richtung -3 Grad gehen. Hoffentlich kommen die Oliven damit zurecht, dass es zwar nur gelegentlich, dies aber immer wieder, in zu warmem Kontext leichten Frost gibt! Die Neuaustriebe des Leccino von 2008 und auch des jüngeren Leccino von 2012 scheinen daran zu leiden. Eine Neigung zur Verblassung/"Chlorose" (mit Vorbehalt) sah ich auch an den Leccino in Seggiano.

16. Januar 2020 Vor die Abkühlung um den 23. hat sich nun eine Abkühlung schon ab 19. geschoben. Aber bis Monatsende ist weiterhin kein ernsthafter Frost zu erwarten. Damit dürfte auch der Februar als Wintermonat eher ausfallen. Die Polarwirbel sorgen jedoch weiter für Ungewissheit. Ein nasskalter Februar wäre für die Oliven auch nicht lustig, da sollte ich gleichfalls ans Einpacken denken, wenn sich das stabilisiert als Prognose.

17. Januar 2020 Gerade gab es zwei fast sommerliche Tage, Mittwoch und Donnerstag, von der Stimmung her eindeutig sommerlich, von den Temperaturen her "nur" um die 14 Grad tagsüber. Dafür gab es heute (Freitag) morgen wieder mal leichten Frost, -1,6 Grad. Und es könnte nach dem 19. doch Richtung -5 gehen, wenns blöd läuft auch mal kurz darunter! Aber einpacken wegen einer Nacht??
Vergilbter Leccino von 2008 am 29. Januar 2020
20. Januar 2020 Aus den für Dienstag prognostizierten -5 Grad wurden heute -4 Grad. Bei ECMWF sieht es noch günstiger aus (für mich, nicht für den Wintersport) und nur sehr kurzfristig frostig. Ich habe trotzdem heute mal 8 Pflanzen eingepackt, da auch Strahlungskälte zu erwarten ist. Zudem bleibt es weitgehend windstill, so dass ich keinen besonderen Aufwand treiben musste.

22. Januar 2020 Jetzt haben wir tatsächlich nochmal sowas wie Winterwetter. Der Frost ging aber nur bis etwa -3 Grad in den beiden vergangenen Nächten. Lang bleibts so nicht, die nächste Erwärmung naht.

27. Januar 2020 Die Erwärmung lässt auf sich warten bzw. fiel nicht so gravierend aus wie erwartet. Jetzt drohen für morgen erstmal Sturm und Regen, ich sammle daher heute meine acht Vlieshüllen ein (der Granatapfel bleibt eingepackt) und hoffe, dass es keine Frostüberraschungen gibt, bislang wird nur geringfügiger Nachtfrost angekündigt. Und Anfang Februar solls warm werden. Mal schauen.

01. Februar 2020 So, das wars jetzt also für diesen Winter, die Erwärmung ist gekommen! Um den 5. Februar herum wirds nochmal ein bisschen kühl, vielleicht gibts auch geringen Frost, aber dann gehen die Temperaturen schon wieder hoch. Zweistellig im Frostbereich wirds im Februar wohl nicht mehr. Auch Richtung -5 ist die Wahrscheinlichkeit gering. ABER: Nicht vergessen, am 01. März 2005 gab es bei uns in der Region Frost um die -15 Grad! Der Winter 2005/06 brachte dann auch einige Kälte- und Schneerekorde. Die Winter 2008/09 bis 2012 waren gleichfalls nicht ohne, denken wir an den Frostfebruar 2012 - der bei mir im Olivenhain weitgehend Tabula Rasa gemacht hat! Und gerade die vergangenen Jahre haben das Phänomen "Märzwinter" wieder ins allgemeine Bewußtsein gebracht. Allerdings deuten die bisherigen Prognosen von ECMWF und NOAA nicht darauf hin, dass wir in diesem Jahr damit rechnen müssen.

Der einsam vergilbte, spärliche Neuaustrieb eines Leccino der Pflanzung von 2008 (siehe Abbildung rechts, Vordergrund) hat sich trotz Eisengabe nicht erholt. Allerdings hat er von den vergangenen Frosttagen auch ohne Einpackung keinen bislang sichtbaren Schaden davongetragen.

Heute gab es auch eine interessante Begegnung bei den Oliven. Als wir uns der Hütte näherten, sahen wir eine ältere Dame gerade vom Rosmarin weg eilig das Gelände verlassen. Ich folgte der Dame und sprach sie an. In den Händen hielt sie einige abgerissene Rosmarinzweige. Ich bat sie, den Rosmarin den Wildbienen zu überlassen und der Pflege durch die Besitzer, uns. Sie erklärte forsch, dass sie Besuch erwarte und nicht mehr auf den Markt gekommen sei und sich daher "erlaubt habe", einige wenige Rosmarinzweige für den Braten vom üppigen Busch zu nehmen. Ich sichtete dann den Busch und fand zahlreiche frische Abrissstellen, die darauf schließen ließen, dass in diesem Jahr schon öfter "Besuch gekommen" sein musste, bei dieser Dame und vielleicht auch anderen "Erntehelfern". Klar, jeder denkt, die paar Zweige, die ich wegenehme, was macht das schon. Aber das denken eben viele, zu viele ...

09. Februar 2020 Der Orkan Sabine hat die Oliven zerzaust, aber keine ernsten Schäden auf der schon bei Normalwetter windigen Kuppe hinterlassen. Einhüllungen gab es keine, die er hätte zerfetzen können - mit Ausnahme der für den Granatapfel, die teilweise losgerissen wurde. Das Blechdach der Hütte wurde an der Südwestecke gelöst und umgeknickt.

20. Februar 2020 Heute habe ich die Mispel beim Haus geschnitten. Das Holz ist unglaublich zäh!! Eine Reb- oder Baumschere kommt da rasch an ihre Grenzen, und Sägen müssen besonders leistungsfähig sein. Im Weinberg habe ich begonnen, zwei der vier Reihen Auxerrois von 1951 herauszunehmen. Leider hat sich niemand gefunden, der den Weinberg übernehmen möchte - allen Interessenten war das zu viel Arbeit bei den alten Stöcken mit engem Reihenabstand und biologischer Pflege.

24. Februar 2020 Der Frühling ist jetzt erstmal ausgesetzt. Eine Regenwoche mit einzelnen Schneeschauern steht an und das könnte so, naßkalt, noch etwas länger anhalten. Der Sturm Yulia hat vergangene Nacht die Granatapfeleinhüllung erneut gelöst.

09. März 2020 Gerade habe ich im Weinberg die Reben gebunden. Mit Handschuhen und dicken Winterstiefeln! Es mag seltsam erscheinen, von Märzwinter zu reden, wenn es auf dem Feldberg Regenschauer gibt. Und doch: In Relation zu den Februartemperaturen haben wir durchaus einen Märzwinter - und nach einer kurzen Zwischenerwärmung könnte er am Wochenende nochmal fester auftreten, den Prognosen zufolge. Außer Leccino haben nun auch andere Oliven, vor allem Aglandaou und Ascolana, Blattvergilbungen entwickelt, allerdings nicht so stark. Eine Folge wohl der anhaltend kühl-feuchten Witterung.

15. März 2020 Sonntag. Reiches Blühen bei  Rosmarin, Pfirsichen und Maibeeren. Üppig Taubnessel und Persischer Ehrenpreis auf der Wiese. Und seltsame Corona-Konsequenzen: So viele Spaziergänger im Weinberggelände unterwegs wie noch nie! Wenns halt sonst nichts mehr zu tun gibt, alle Veranstaltungen abgesagt sind und Ausflüge in städtische Gefilde sich nicht mehr empfehlen, entdeckt man die Nähe. Und geht bei mir quer durchs Gelände, pflückt Rosmarin-Zweige und benimmt sich auch sonst wie im All-inclusive-Urlaub. Eine Tendenz, die aber schon vor Corona zu bemerken war. Meine Rosmarine werden in diesem Jahr heftiger denn je gerupft - auch der kleine, abseits vom Weg!

16. März 2020 Gestern und heute morgen Eis auf dem Dach. Märzwinter-Launen. Trotzdem hab ich nun noch als letzte Pflanze den Granatapfel ausgepackt. Seine Knospen schwellen schon sacht. Die erste Eidechse habe ich in diesen Tagen auch schon gesichtet, bei einem Mauseloch. Zwei Wochen früher als vergangenes Jahr.

21. März 2020 Zum Frühlingsbeginn wirds ab Sonntag nochmal von Nordost her kalt bis in den Minusbereich. Den Oliven wirds nichts ausmachen, aber für die abgehende Pfirsichblüte könnte es fatal werden. Zum Glück haben die Feigen und der Gemüsebaum noch nicht ausgetrieben. Den Maibeeren (die auch schon blühen) macht ein bisschen Frost nichts aus.

29. März 2020 Einige der Pflanzen mit Blattaustrieb haben unter den leichten Frösten der vergangenen Tage gelitten, Schisandra, Ölweide und Eberraute vor allem. Mal schauen, was jetzt noch kommt! Laut ECMWF ist nur noch Montagfrüh mit Frost zu rechnen. Und ab kommendem Wochenende wirds dann richtig warm. Wie auch immer, die Oliven kamen ordentlich durch diesen milden Winter, auch wenn das Laub unter der kühlfeuchten Witterung litt. Occhio di Pavone dürfte zum Thema werden.

Auffallend: Am blühenden Rosmarin zeigen sich nur Honigbienen - wo kommen die schon her? Hummeln sehe ich vereinzelt, Wildbienen nicht, irritierend!

04. April 2020 Den ersten Bläuling gesichtet. Die Wiese blüht üppig, viele in den Startlöchern, kommende Woche werden die Farben explodieren auf der Olivenwiese! Denn es wird richtig warm, und es ist Schluß mit den Nachtfrösten, die zwischen 31. März und heute noch viermal zugeschlagen haben, bis -4 Grad! Die Austriebe der essbaren Ölweide (Elaeagus multiflora) sind von den wiederholten Frösten endgültig erledigt, schade, sie war so gut gekommen! Die Maibeeren blühen ungerührt weiter, inzwischen alle drei Pflanzen. Borealis (in der Mitte) am vitalsten, Honey Bee (östlich) und Blue Velvet (westlich) sehr verhalten, Blue Velvet bringt keine neuen Bodenaustriebe, wird auch in der Literatur eher zurückhaltend beurteilt.

Bei Olivastra Seggianese sieht es so aus, als hätten vier Absenker Wurzeln gezogen, ausschließlich die nach Norden exponierten. Die nach Süden sind abgetrocknet, bei Leccino die südlich und die nördlich exponierten. Fleißig Wurzeln ziehen ganz ohne Unterstützung aufliegende Zweige von Rosmarin und Eberraute.